Druckschrift 
Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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Während sie sich so schön und begehrenswert machte wie möglich, begann die alte Angst wieder in ihr zu erwachen. Ein leises, peinigendes Angstgefühl bebte in ihr, mochte sie tun und denken, was sie wollte. Immerfort klopfte ein feiner Nerv an ihrem rechten Augenlid, der sie fast zur Verzweiflung brachte. Das Schlimmste war, daß sie immerfort die beste Laune heucheln mußte, damit Mamuschka ihre Angst nicht merkte. Sie trällerte unde", wurd und plauderte die ganze Zeit, während sie ihre Toilette beendete. Minuten an Endlich war es soweit. roten Wanger

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,, Vergiß die Photos nicht, Marion!" rief Mamuschka.

Aber es sah ganz so aus, als ob all ihre Angstzustände völlig grundlos gewesen seien. Als sie sich der, Burg" näherte, sah sie drei silbergraue Wagen reisefertig vor der Einfahrt stehen, die Chauffeure saßen auf ihren Sitzen, die Offiziere und Adjutanten standen daneben. Ein schwerer Stein fiel Marion vom Herzen. ,, Gut, daß Sie pünktlich sind", begrüßte sie Rittmeister Möhn, der ihr entgegenkam. ,, Der Gauleiter erwartet Sie, wir sind be­reit abzufahren."

Der Gauleiter empfing sie in bester Laune im Teesalon. An Stelle der Pferdebilder hingen jetzt einige der herrlichsten Ikone, die wohl aus Polen stammten, an den Wänden. Der kleine Salon hatte dadurch das Aussehen einer Kapelle bekommen. Eine wunderbare Mutter Gottes in einem malachitgrünen Umhang war derart bezaubernd, daß man wochenlang von ihr träumen konnte.

" Wir haben noch genügend Zeit, um in aller Ruhe eine Tasse Tee zusammen zu trinken", begrüßte sie Rumpf ,,, vor zwei Stunden erhielt ich telefonisch den Befehl, sofort abzureisen. Nun, mögen sie etwas warten, Ungeduld steht großen Geistern übel." Erst jetzt fand er die Zeit, sie näher zu betrachten. ,, Ich hatte mich sehr auf unser Wiedersehen nach so langer Zeit ge­freut", rief er aus. ,, Und, oh, wie hübsch Sie sich gemacht haben, Marion!"

Marion errötete und lachte. Um ihre Unsicherheit zu ver­bergen, suchten ihre Augen Zuflucht bei der Mutter Gottes im malachitgrünen Umhang.

,, Die Madonna ist herrlich!" sagte sie.

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