Druckschrift 
Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
349
Einzelbild herunterladen

hinke heute

tten. Seinen

also geht es so reißt er

angesehene zte, Rechts Mann allein

ein Posten, ausgerückt! Welch ein Narr! Die Häftlinge aber müssen an­treten, alle, alle, auch Frauen und Kinder. Wir standen drei Stunden, sechs Stunden, einmal standen wir vierundzwanzig Stunden in greller Sonne, im Regen, im Schnee, wahnsinnig vor Hunger! Einmal standen wir zwölf Stunden in einem Schnee­treiben, und der Schnee lag dick wie eine Faust auf unsern Schultern, Kälte und Erschöpfung bedeutete für viele den Tod. Da! Endlich bellen die Hunde, wir hatten ihrer sechs im Lager. Ja, sie haben ihn, den Wahnsinnigen. Ein blutiges Gespenst taumelt an den Drähten vorbei, umtanzt von den Doggen des schwarzen Mördergesindels. Denn mit Bluthunden jagen sie dort die Menschen! Hörst du wohl?"

dann

n gut, chen wieder schweigst? einer Pause wortet hatte metze. Hie war hier un

rschöpfung Tag um Ta e nötig wa sten sterba

s ist ja de

an ihn liege

Ettelt konnte echen. Dann

von Toten

ne Art wa sonders be Tod durch

war.

Jede

e ihre höll ebten nichts ! Oho, mein nein! Für

itzen, denen ten Wimpe

er nicht den

u laufen, ist

,, Da liegt das blutige Gespenst, und selbst die Doggen haben genug. Man bindet den Wahnsinnigen an zwei Pflöcke, mit den Händen an einen, mit den Füßen an den andern, und der Prügel­kuli, der Zuchthäusler Willi, beginnt seine Arbeit mit dem Prügel. Der Prügel aber ist mit Stacheldraht umwickelt, sie nennen ihn Morgenstern. Die Doggen lecken das Blut vom zerfleischten Rücken. Hast du genug?"

Fabian saß zusammengesunken am Schreibtisch und starrte mit blicklosen Augen vor sich hin. Er nickte stumm.

Wolfgang erhob sich und griff nach dem Hut. ,, Das ist die Wahrheit!" begann er wieder. ,, Du weißt, daß ich nicht lüge. Stundenlang könnte ich in dieser Tonart fortfahren. Das eine aber sage ich dir, lebendig kriegen sie mich nicht mehr in diese Hölle! Ich bin heute soweit, daß mir alles gleichgültig geworden ist!" Dabei schlug er heftig auf einen harten Gegenstand in der Tasche seines abgetragenen Mantels, und der Ton seiner Stimme schwoll wieder an. ,, Du weißt nun, wie die Dinge liegen. Es sind nicht vorübergehende Erscheinungen, die sich verlieren werden, wie du immer sagtest, es sind nicht Erscheinungen, wie sie in jeder Revolution einmal vorkommen können. Auch das sagtest du. Nein, es ist ein ausgeklügeltes System des Terrors und der Ver­

ruchtheit!"

Er blieb vor dem Bruder stehen und seine Augen funkelten. Du mußt die Beziehungen zu diesen Leuten sofort abbrechen, Frank! Es sind Verbrecher und Mörder, nichts anderes", rief er

349