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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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die Hasar­

Trauerspiel

ie beiden

Sirenen ihr zu werden

und vor allem ihren kindischen Optimismus. Die Gefahr ist größer, die Gefahr ist näher, als alle glauben, hütet euch!" schrieb er. ,, Es kommt die Zeit, da Geschwader von tausend Maschinen am hellichten Tag über der Stadt erscheinen werden, und nichts wird von ihr übrigbleiben als Schutt und Trümmer!"

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IX

Das waren erregende Tage. Gestern rollten alle Züge noch nach dem Osten, heute rollen alle nach dem Westen, Zug um Zug, am Tage und auch in der Nacht. Truppen, Truppen, Truppen, In­fanterie, Artillerie, Panzertruppen, Fliegertruppen, ein endloser Strom von Soldaten, oft stehen drei Züge zur gleichen Zeit auf dem Bahnhof.

Wie die Brandung eines wilden Meeres überflutete die deut­ sche Armee die Grenzen im Westen, Holland , Belgien , Frank­ reich , und warf alles zu Boden, was sich ihr in den Weg stellte. Bei Dünkirchen wurden die Engländer ins Meer geworfen, und Fabian triumphierte. Es ist nicht gut, über seinen Reichtümern einzuschlafen! spottete er. Die deutschen Panzerspitzen drangen auf Paris vor, und sein Herz schlug höher. Er gönnte dem arro­ganten Frankreich die Demütigung, es hatte in Versailles Deutsch­ land erbarmungslos in den Schmutz getreten.

Als die Vorhuten die Marne überschritten und Namen von Orten genannt wurden, wo er als Offizier gekämpft hatte, kam eine fast festliche Stimmung über ihn. Er wußte noch, wo seine Geschütze damals standen! Zur Feier dieser Tage lud er seine beiden Söhne zum Essen in den ,, Stern" ein, sie durften sich so­gar ihr Lieblingsgericht bestellen.

Harry und Robby hatten sich besonders fein gemacht, sie trugen beide blaue Anzüge. Robby, der zum ersten Male lange Hosen anhatte, war überzeugt, daß es allen Gästen des Speise­saals im ,, Stern" auffallen mußte, und war etwas unsicher, dazu empfand er es peinlich, daß Mama seinen Scheitel so stark pomadi­siert hatte, daß er die Pomade ununterbrochen roch.

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