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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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,, Harry sagt, Märchen seien Blödsinn und solch kleine Lack­schuhe gäbe es gar nicht."

Fabian tröstete den Jungen und küßte ihn vor allen Leuten, was Robby sehr peinlich war. ,, Bestelle Harry", sagte er ,,, in den Märchen gibt es Schuhe jeder Größe. Zu deinem Geburtstag aber werde ich tot oder lebendig kommen."

,, Und du wirst nicht wieder krank werden wie bei Harry, Papa!"

,, Nein, bei Harry hatte ich die Grippe. Zu dir aber komme ich bestimmt, weil du das, Stolperchen' erfunden hast. Jetzt weiß ich endlich, weshalb die Leute so oft die Treppe herunter­fallen. Das kannst du allen erzählen."

Fabian kam auch zur Geburtstagsfeier Robbys, wenn auch eine volle Stunde später.

Er hatte an diesem Tage lange Beratungen mit dem Bau­meister, der zur Zeit das Hotel ,, Europa " am Bahnhofsplatz baute, und langweilige Besprechungen mit den beiden Architek­ten aus München , die den Bau des Gemeindehauses leiteten. Zweihundert Lastautos voll Erde waren im Sommer abgefahren worden, und eine Reihe von Planungen, die Fabian völlig un­verständlich waren, verzögerten den Bau. So mußte auf An­ordnung des Gauleiters ein zweistöckiger Keller im Souterrain errichtet werden, so daß das zwölfstöckige Gebäude nach vier­monatiger Arbeit kaum über das Erdgeschoß hinausgekommen war, obschon man eine Kolonne von hundert Arbeitern ein­gesetzt hatte.

Etwas verärgert und abgespannt kam Fabian zum Geburts­tagsessen, nachdem alle schon sein Erscheinen bezweifelt hatten, von Robby abgesehen, der unerschütterlich an das väterliche Versprechen glaubte.

Doch Fabians getrübte Laune verschwand schnell, und schon nach kurzer Zeit fühlte er sich zu Hause. Eine förmliche Welle von Liebe und Zuneigung umgab ihn. Die Knaben schrien freu­dig durcheinander, Martha, sein altes Dienstmädchen, das ganz wie früher für ihn schwärmte, und auch Clotilde waren bemüht, ihm sein altes Heim so behaglich wie möglich erscheinen zu lassen. Clotilde hatte ihre ganzen Kochkünste aufgeboten, und

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