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betrachte er die Einladung als eine hohe Ehre. Höflich geleitete er sie in das Vorzimmer und küßte ihr die Hand.
Im Vorzimmer begrüßte Clotilde im Vorübergehen eine junge Dame mit apfelroten Pausbäckchen, die sie als eine der Töchter Kriegs, einen der Zwillinge erkannte. Hermine oder Hedwig, sie konnte sie nie unterscheiden.
,, Ach, Fräulein Krieg?" sprach sie die Pausbäckige an, die sich geschmeichelt erhob. ,, Sie sind jetzt beim Herrn Bürgermeister tätig?"
,, Ja, schon seit einem Vierteljahr, gnädige Frau."
,, Und es gefällt Ihnen hier?"
,, Oh, sehr!" erwiderte der Zwilling mit strahlender Miene. ,, Der Herr Bürgermeister überhäuft mich mit Liebenswürdigkeit."
Nun noch rasch zum Gauleiter. Sie wurde sofort vorgelassen, man mußte Glück haben, der Gauleiter schien heute ausnahmsweise nicht sonderlich mit Arbeit überlastet zu sein. Er saß am Schreibtisch und empfing sie mit einer Zigarre im Mund.
Natürlich kannte der Gauleiter ihren Salon, selbstverständlich. Der ,, Bund der Freunde" war ihm sogar geradezu gerühmt worden. Oberst von Thünen, der Standartenführer von Thünen, ein prächtiger Soldat, habe ja dort einen Vortrag gehalten, nicht wahr? ,, Er sprach damals über die Schlacht von Verdun , jetzt fällt es mir ein. Der alte Knabe war ja persönlich in Fort Douaumont , sollte man es für möglich halten?"
Clotilde schien Rumpf zu gefallen. Er hatte etwas übrig für blasse Vergißmeinnichtaugen, und die Fülle blonder Haare berauschte ihn förmlich. Er bat sie, ihm von ihrem Salon zu erzählen, schob ihr eine Schachtel Zigaretten hin und erhob sich sogar persönlich, um ihr Feuer zu geben.
,, Sehr gut, sehr gut!" unterbrach er zuweilen ihren Bericht, während er in dem großen Saal mit den Heiligen und den vielen Engeln auf und ab ging. ,, Friedrich der Große , sagten Sie? Ausgezeichnet! Wollt ihr denn ewig leben, Kerls? Eine herrliche Erscheinung! Sein Genie und seine Kühnheit wurden auch belohnt. Glauben Sie denn, daß diese Katharina ganz zufällig starb, gerade als es Friedrich so lausig ging? Nie und nimmer, das
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