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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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,, In München ?" fragte Fabian aufs äußerste erstaunt.

,, Ja, in München . Ich wollte sofort nach München reisen", erzählte Charlotte weiter, während sie aufstand und sich eine neue Zigarette anzündete. Vogelsberger telefonierte sofort nach München , aber man sagte ihm, niemand würde in die Klinik gelassen werden, dazu würde mein Besuch den Operierten auch zu stark erregen. Drei Tage später überreichte mir der Gauleiter den hiesigen Beobachter, und ich las, daß Graf Dosse seinen Verletzungen in der Klinik erlegen sei."

Fabian richtete sich unwillkürlich verdutzt auf, und er war froh, daß Charlotte die Überraschung in seinen Mienen nicht sehen konnte, da sie gerade eifrig mit ihrer Zigarette be­schäftigt war. Es war auch ein Glück, daß in diesem Augenblick der Kellner eintrat und den Mokka servierte.

Charlotte unterbrach ihren Bericht und wandte sich an den Kellner: ,, Bestellen Sie Herrn Roßmeier", sagte sie zu ihm ,,, daß ich mit seinen Diensten sehr zufrieden sei. Ich würde nicht ver­säumen, es dem Herrn Gauleiter ganz besonders zu berichten." Der Kellner murmelte etwas und verbeugte sich. Während er mit den Mokkatassen hantierte, erhob sich Charlotte und ging im Zimmer auf und ab. ,, Ich konnte drei Tage niemand sehen", fuhr sie in ihrer Erzählung fort ,,, und war herzlich froh, daß man mich in diesen Tagen völlig in Ruhe ließ."

,, Keine Sahne, bitte", sagte Fabian zu dem Kellner, nur um etwas zu sagen. Er erinnerte sich noch recht deutlich, wie Vogelsberger ihm vertraulich mitgeteilt hatte, daß Dosse sich auf der Geburtstagsfeier nach einem Wortwechsel mit dem Gau­leiter erschoẞ, vielleicht sei er auch betrunken gewesen. Jeden­falls wäre eine äußerst peinliche Lage entstanden. Der Hund Dosses, der Pascha hieß, habe drei Tage geheult und gejammert, daß man verrückt werden konnte. Schließlich habe der Gau­leiter befohlen, den Hund zu erschießen, und ein Unteroffizier führte den Befehl aus. Er selbst habe es nicht übers Herz ge­bracht, sagte Vogelsberger, er kannte ja Pascha schon seit Jahren. Das alles ging Fabian blitzschnell durch den Sinn.

,, Heute hätte der arme Alexander Geburtstag!" begann Char­lotte von neuem und rührte seufzend mit dem Löffel in ihrer

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