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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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weilen tobte er förmlich auf der kleinen, mit Hakenkreuzfahnen ausgeschlagenen und von Lorbeerbäumchen umstandenen Tri­büne. Er sprang lebhaft hin und her und einmal schlug er so heftig auf das Rednerpult, daß man das Krachen über den wei­ten Exerzierplatz vernahm und sein Manuskript in die Höhe ihn jeman flog. Vogelsberger sprang rasch hinzu und ordnete die Blätter leutselig din aller Eile.

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Das kleine Holland besäße einen ganzen Archipel als Kolo­nialland, Frankreich beherrschte ungeheure Gebiete, obgleich es seine Felder mit importierten Negern bestellen müsse, da seine Frauen keine Lust mehr hätten, Kinder zu gebären. Und England! ,, Betrachten wir England", schrie Rumpf Fabians Worte über das Feld ,,, es ist nicht größer als eine Hand, aber es hat die Finger dieser Hand ausgestreckt und was blieb daran hängen? Ein Fünf­tel der Erde blieb daran hängen!" Lautes Heilgeschrei belohnte den Redner, der sich den Schweiß aus dem Gesicht wischte.

Nun aber, wie sähe es bei uns aus? Die Großmächte hätten uns die ärmlichen Kolonien geraubt, die Bismarck zusammen­geschachert hatte, obschon wir bei unserer himmelschreienden Übervölkerung bei Gott keine Neger zu importieren brauchten. ,, Als der Elefant zu Boden geschlagen war und sich nicht mehr regen konnte", schrie Rumpf ,,, da sägten ihm die Sieger die Stoßzähne ab, unsere Kolonien. Und was haben sie uns gelassen?" obte der Gauleiter mit blutrotem Gesicht. ,, Nicht eine schmut­zige Pfütze und nicht einen toten Nigger!" Das waren Ausdrücke seiner eigenen Erfindung.

,, Und warum? Warum, frage ich euch?" heulte Rumpf über das Feld, auf dem die Menschen Kopf an Kopf standen. ,, Der starke Mann fehlte, um den Räubern in die Arme zu fallen! Heute würden sie es nicht mehr wagen! Denn heute, heute haben wir den starken Mann!"

Er hielt erschöpft inne und wartete, bis das rasende Heil­geschrei verhallte.

Dann schloß er ziemlich rasch, er hatte aus irgendwelchen Gründen einige Sätze aus Fabians Entwurf gestrichen.

,, Uns bleibt nichts als die Hoffnung", schrie er ,,, die Hoff­nung auf künftige Zeiten. Wer da glaubt, die Welt sei auf immer

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