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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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straße© dem der Gauleiter wichtige Besprechungen habe.Und Sie

zu be- hätten doch immer so gute Ideen, Herr Regierungsrat, meinte hof lag der Gauleiter, sagte Vogelsberger lachend. ıhnhef-Sehr schmeichelhaft, erwiderte Fabian.Ich werde mır

Fabrik-© jedenfalls Mühe geben! bebaut, Nun hieß es aber sich sputen, baden, rasieren, Besuchsanzug anlegen.

Sie können sich ruhig Zeit nehmen, Herr Regierungsrat. Mein Wagen wartet unten. Ich gehe hinunter in die Halle und trinke einen Whisky.

Brr! Sie sollten keinen Whisky trinken, der ist sehr schäd- lich! warnte Fabian.

Wenn Sie ahnen könnten, wie wir heute nacht gekneipt haben! rief Vogelsberger.

Beim Diner wachte Fabian langsam auf, aber er hatte keinen guten Tag, und es fiel ihm nichts Beachtenswertes ein. Er tröstete sich indessen, denn der Herr aus Berlin wußte doch alles viel besser. Soviel er erkennen konnte, handelte es sich im Grunde darum, daß der Gauleiter den städtischen Flugplatz zu einem Flughafen yon internationaler Bedeutung ausbauen wollte.

Bevor der Nachtisch serviert wurde, erhob der Gauleiter sein Glas gegen Fabian.Wir wollen heute ein spezielles Glas auf unseren geschätzten Regierungsrat trinken, sagte er und neigte sich über den Tisch.Ich habe heute morgen die Nach- richt erhalten, daß der Führer Ihnen den Rang eines Obersturm- führers verliehen hat.

Fabian hob das Glas, schlug die Hacken zusammen und nahm die Glückwünsche der Tafelrunde entgegen. Ein Schauer durch- ihn, und es hätte nicht viel gefehlt und er hätte feuchte Augen bekommen. Triumph erfüllte ihn. | Sofort ging ihm Christa durch den Sinn. Die Ernennung be- deutete eine Anerkennung seiner Tüchtigkeit und würde ihr gewiß Freude bereiten. Auf jeden Fall würde sie sich seiner nicht zu schämen brauchen! Was ihn selbst betraf, so war er tief be- glückt, wenn auch die Auszeichnung nur dem Range eines Haupt- manns entsprach, den er in der Armee einnahm. Indessen, es war ein verheißungsvoller Anfang!

hen, die

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