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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
210
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Isidor Löb hatte sich in ein wahres Bild des Jammers ver­wandelt. ,, Weshalb ich es nicht darf?" rief er aus. ,, Ich erhalte keinen Paß, müssen Sie wissen. Ich bin neunzehn Jahre alt, und die Wehrmacht gibt mir keinen Paẞ."

,, Die Wehrmacht ?" Fabian lachte nicht mehr, aber er ver­mochte kaum ein Lächeln zu unterdrücken. Welches Interesse konnte die Wehrmacht an diesem armseligen, hilflosen Mutter­söhnchen haben, das beim ersten Kanonenschuß in Ohnmacht fiel?

,, Hören Sie, Herr Löb", sagte er, während er die Uhr zog. ,, Nehmen wir noch eine Minute Platz, ich habe noch zehn Minuten Zeit. Wenn es nur das ist, so läßt sich vielleicht Rat schaffen. Die Wehrmacht hat doch wohl nur das Interesse, daß Sie wieder aus der Schweiz zurückkommen? Nun, in einer Woche sind Sie wieder hier. Die Wehrmacht wird Ihnen augen­blicklich die Ausreisegenehmigung geben, wenn jemand die Bürgschaft übernimmt, daß Sie wiederkommen werden."

" Ja, ja!" Isidor hatte sich über den Tisch gebeugt und starrte Fabian mit geweiteten Augen an, in denen ein Licht der Hoff­nung erwachte. ,, Wer aber wird diese Bürgschaft für mich übernehmen?" fragte er, während hektische Flecke der Er­regung auf seinen sommersprossigen Wangen erschienen. Er zitterte an allen Gliedern. ,, Lesen Sie diesen Brief, Herr Regie­rungsrat!" rief er aus, da Fabian nicht antwortete und schob ihm den zerknitterten Brief hin.

Fabian dachte nach. Er ergriff den Brief und überflog ihn rasch. Es war der Brief eines verzweifelten Vaters an seinen Sohn. Ich habe Angst um dich, schrieb der alte Löb, daß ich nicht mehr schlafen kann. Befreie mich von dieser Pein, komme hierher, mein Augapfel.

Augapfel nannte der alte Löb in seiner Vaterliebe dieses sommersprossige Eichhörnchen. Aber Fabian lächelte nicht, der Brief des alten Löb hatte ihn ergriffen.

,, Ich werde diese Bürgschaft übernehmen", ließ er sich nach einigem Nachdenken vernehmen. ,, Es besteht keinerlei gesetz­liches Hindernis, daß ich sie übernehme."

Isidor sprang auf und streckte Fabian die blasse, von Sommer­

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