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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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III

In dem kahlen, völlig leeren Büroraum saß an einem alten Schreibtisch ein junger Mann mit brennendroten Haaren, dessen Gesicht von Tränen überströmt war. Er hielt einen zerknitterten Brief in der Hand und starrte ihn verstört an, nicht einmal die Mühe machte er sich, seine Tränen zu trocknen.

,, Ich bitte Sie, die Störung zu verzeihen", entschuldigte sich Fabian.

,, Ich hörte nicht klopfen, Herr Regierungsrat", erwiderte be­stürzt der junge rothaarige Mann, der endlich daran dachte, sich die Tränen von den Wangen zu wischen. Er erhob sich lustlos und zog den einzigen Holzstuhl heran, der an der Wand stand. ,, Sie kennen mich?"

,, Den möchte ich kennen, der nicht weiß, wer Sie sind, Herr Regierungsrat", begann der junge Mann mit müder Stimme. In den letzten Wochen habe ich Sie oft auf dem Bahnhofsplatz gesehen, Sie hatten Leute mit Meßlatten bei sich."

Fabian nickte. ,, Ja", sagte er, indem er sich niederließ. ,, Wir haben den Platz vermessen. Herr Löb ist, wie man mir sagt noch immer in der Schweiz . Sie sind wohl der Sohn?"

Der junge Mann nahm wieder an dem Schreibtisch Platz. " Ja", erwiderte er niedergeschlagen und deutete mit der Hand auf den zerknitterten Brief. ,, Vater ist noch immer in der Schweiz , in Zürich . Er ist dort ganz allein. Jawohl, ich bin der Sohn, Isidor Löb." Und schon hingen wieder helle Tränen an den hellroten Wimpern des jungen Mannes.

,, Doch keine schlimmen Nachrichten?" erkundigte sich Fabian voller Anteilnahme, er konnte weinende Menschen nicht sehen, ohne sofort Mitleid zu empfinden.

Isidor Löb schüttelte den Kopf und einige Tränen sprangen auf sein sommersprossiges Gesicht. ,, Nein, nein", antwortete er, ,, es ist nur, weil wir alle so allein sind, Vater sitzt in Zürich und grämt sich, und ich sitze hier und gräme mich. Es ist nur, weil alles so schwer geworden ist."

,, Sie müssen es ruhiger nehmen, Herr Löb!" versuchte Fabian den jungen Mann zu beruhigen, der nur schwer das Weinen

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