Druckschrift 
Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
153
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wieder viel Geld, und niemand verübelte es ihm, daß er sich darüber freute.

Das Glück begünstigte Fabian ganz außerordentlich, und doch trug er eigentlich keine frohe Miene zur Schau. In Gedanken versunken fuhr er durch die Stadt dahin, manchmal sah er sogar bekümmert aus. Seit seine Geschäfte ihren geordneten Gang gingen, hatte er mehr Zeit, an Christa zu denken. Sie war fern, irgendwo. Zu seiner Betrübnis hatte er ihr Lächeln aus dem Ge­dächtnis verloren, ihr unbeschreibliches, zartes Lächeln, das sie stets umschwebte. Er konnte sich Mühe geben, soviel er wollte, das Lächeln kam nicht zurück.

Eines Abends fand er eine Postkarte mit einer italienischen Marke, und sein Gesicht sah wieder froh und glücklich aus. Ja, er lachte sogar vor sich hin. Da war also Christa wieder!

Christa sandte ihm eine Karte aus Florenz , die äußerst herz­lich gehalten war. Da siehst du es also, dachte er erfreut. Die Damen Lerche- Schellhammer waren wohlbehalten in Italien angelangt. Nur am Brenner hatten sie Station machen müssen. Sie waren tatsächlich ,, im Schnee steckengeblieben" und mußten den Wagen mit dem Zug befördern.

Die herzliche Karte Christas beglückte Fabian und auf Sekunden sah er/ wieder Christas betörendes Lächeln vor seinen Augen schweben. Er verwandte den ganzen Abend darauf, Christa einen langen Brief zu schreiben. Es war kein eigent­licher Liebesbrief, keineswegs, es war ebensowenig eine Er­klärung; aber eine Frau, die zwischen den Worten zu lesen ver­stand, konnte daraus entnehmen, was sie entnehmen wollte.

Er schrieb ihr, daß sie ihm seit jener Plauderstunde im ,, Residenz­café" wie durch einen Zauber nähergerückt sei. Unvergessen sei ihm ihre Schilderung der Christmesse im Dom von Palma de Mallorca geblieben, und es vergehe kaum ein Tag, daß er nicht daran denke. Dabei höre er die wundervolle Orgel des Doms brausen.

Immer noch erblicke ich Ihr verklärtes Gesicht am Ende Ihrer Erzählung, wollte er schreiben, aber er unterließ es, denn in Wahrheit war die Vision ihres verklärten Gesichts in ihm er­loschen, was er mit Trauer empfand. So schrieb er ihr, es sei sehr

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