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leiter, strahlend vor guter Laune und Gesundheit, streckte Roß- meier leutselig die Hand hin und zeichnete ihn mit einer launi- gen Anrede aus, so daß man seine Goldplomben aufblitzen sah. Die höckrige Glatze Roßmeiers hüpfte einige Male auf und ab, und auch der Adjutant lachte herzlich. Dann verschwanden die beiden rasch ins Hotel, ohne die Lorbeerbäumchen und den roten Kokosläufer zu beachten. Die Glatze Roßmeiers machte noch vor den übrigen Autos eine achtungsvolle Reverenz, um dann zur Seite zu treten und einem Stab von Adjutanten und Offizieren den Vortritt zu lassen.
Einige Tage später fragte Fabian den Hotelier, was der Gau- leiter gesagt hatte, und Roßmeier antwortete ihm:„Er macht immer die gleichen Scherze über meine Glatze, wissen Sie. Dies- mal sagte er: die Hörner sind noch immer nicht ganz heraus.“
Kurz vor der Dämmerung rollten Reihen rascher Autos vor den„Stern“, man hörte Bremsen kreischen und Wagentüren klappen, Stimmengewirr erfüllte das Treppenhaus, denn der ganze erste Stock des„Stern“ pflegte stets für den Gauleiter reserviert zu sein. Schon gestern hatten Gärtner begonnen, den Speisesaal zu dekorieren, die Tafel war mit förmlichen Beeten weißer Rosen geschmückt, die der Gauleiter liebte. Der„Stern“ hatte sein gesamtes Silber und den ganzen Kristallschatz an blitzenden Gläsern und Karaffen zur Schau gestellt. Wunderbare Düfte zogen durch das Treppenhaus, man roch Krebssuppe, ge- bratene Hühner und Fische, allerlei Herrlichkeiten, der Küchen- chef war seit Tagen fieberhaft tätig.
Von acht Uhr an ertönte meisterhaftes Klavierspiel aus den Empfangsräumen, ein berühmter Pianist aus Berlin spielte. Der Gauleiter liebte die Musik leidenschaftlich.
“ Fabian hatte Urlaub genommen und blieb im Hotel, denn Taubenhaus wollte ihn, wie er versprach, bei diesem Besuch dem Gauleiter vorstellen. Er hielt sich bereit und speiste auf seinem Zimmer. Zuweilen schnupperte er in den Korridor hinaus und zog die Düfte ein, die den ganzen„Stern“ vom Erdgeschoß bis zum Dach erfüllten. Manchmal trat er auch an das Stiegen-
- haus heran, um hinabzuspähen. Viel konnte er allerdings nicht
sehen, nur das leise Klingen von Weingläsern drang zu ihm her-
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