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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
122
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,, Du trinkst ja heute gar nicht, Wolfgang!" beklagte sich Fabian.

Wolfgang warf ihm von unten einen raschen, grimmigen Blick zu, einen förmlichen Hieb von Blick. ,, Beruhige dich nur", knurrte er. Ich werde mich heute betrinken! Schon aus Wut darüber, daß mein Bruder diese Komödie mitmacht!"

Es war heraus. Fabian schoß das Blut in den Kopf. ,, Ich muß dir offen gestehen, Wolfgang", begann er ,,, daß ich dich nur deshalb so hartnäckig anrief, weil ich diese Aussprache herbeisehnte, die mir notwendig schien."

,, Und ich!" rief Wolfgang und seine Augen funkelten. ,, Ich bin überhaupt nur aus dem Grunde hierhergekommen, um eine Erklärung deines Gesinnungswechsels zu erhalten."

,, Gesinnungswechsel?" Fabian lächelte. ,, Ich habe meine Ge­sinnung nicht im geringsten geändert, ich bin noch ganz der alte. Es handelt sich lediglich um eine Formsache."

,, Formsache?" Wolfgangs Augen waren glühend auf Fabian ge­

richtet.

,, Ja, um nichts anderes." Wolfgang dürfe nicht vergessen, daß er eine Frau und zwei Jungen zu ernähren habe. Bei der Stadt habe man ihn kaltgestellt, als Anwalt habe man ihn boykottiert. Er mußte der Partei beitreten oder sein wirtschaftlicher Unter­gang war besiegelt. Da er Offizier war, forderte man von ihm, sich einer militärischen Organisation anzuschließen. ,, Vergiß all das nicht, bevor du urteilst, Wolfgang", schloß Fabian. ,, Es war die höchste Zeit für mich, zu einem Entschluß zu kommen. In drei Wochen hätte man mir das Büro geschlossen!"

Der Bildhauer knüllte seine Serviette zusammen und warf sie auf den Tisch. Er war dunkelrot vor Zorn geworden, und die Purpurröte blieb lange Zeit in seinem Gesicht stehen. ,, Ge­wiß, es sind Erpresser", knirschte er ,,, aber trotz alledem!" Auch in der Kunstschule habe man einen neuen Direktor ein­gesetzt, einen gewissen Sanftleben, einen talentlosen Bilder­schmierer, fuhr er fort, und seine Stimme war in der Erregung kaum zu verstehen, und der Neue habe ihm schon häufig deut­liche Anspielungen gemacht. Aber er überhörte sie ganz einfach! Sollten sie ihn entlassen, schön. Ihm war es höchst gleichgültig.

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