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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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Taubenhaus nickte und rief zuweilen: ,, Gut! Ausgezeichnet!" da­zwischen. Sein Lob trieb Röte in Fabians Wangen.

Er hatte einen guten Tag. Er sprach ausgezeichnet und trug große Teile der Rede völlig frei vor. Er konnte sie auswendig, so oft hatte er sie gelesen, er wußte, worum es ging.

,, Es gibt hier einen Museumsverein", rief er aus. ,, Er schläft, es gibt einen Historischen Verein, auch er schläft. Und dabei gab es verlockende prähistorische Grabstätten nahe der Stadt. Es gibt hier einen Fremdenverkehrsverein, einen Verschönerungs­verein, auch sie schlafen, schlafen. Wacht auf, wacht auf! Die Zeiten, da man nur Geld verdienen will und andere für sich denken läßt, sie sind vorbei!"

Taubenhaus lachte. Doch das war seine letzte Äußerung, fort­an hielt er sich ganz still. Er saß mit ausgestreckten Beinen und blickte zur Decke empor, als sei er müde und gleichgültig ge­worden. War er müde? Ganz und gar nicht, dachte Fabian, der seiner Sache gewiß war. Er ist nicht müde, aber er spendete einem Untergebenen zu offen Beifall, nun spielt er den Gleich­gültigen. Ich kenne dich sehr gut, Taubenhaus.

Als Fabian geendet hatte, stand Taubenhaus langsam auf und putzte umständlich die goldene Brille. Er dehnte sich, als sei er nahe am Einschlafen gewesen. Gut", brummte er in etwas zu deutlich gespielter Gleichgültigkeit vor sich hin. Dann blickte er auf Fabian, der in bescheidener Haltung neben dem Schreibtisch stand. ,, Sie haben meine Andeutungen von neulich ganz vorzüg­lich aufgegriffen", sagte er ,,, als Unterlage ist Ihr Entwurf recht gut geeignet, ich danke Ihnen. Wollen Sie mir bitte eine Liste aller prominenten Persönlichkeiten aufstellen, die unbedingt ein­geladen werden müssen?"

Wie gut ich dich doch kenne, dachte Fabian und verbeugte sich.

In glänzender Laune kam er in sein Büro zurück.

,, Wir haben einen äußerst ehrenvollen Auftrag erhalten, Fräu­lein Zimmermann!" begann er und die hagere Sekretärin wurde blutrot vor Freude. ,, Wir sollen eine Liste aller prominenten Persönlichkeiten der Stadt aufstellen, die zur Rede des Bürger­meisters eingeladen werden müssen."

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