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steckte. Viele Leute, das wußte er genau, zweifelten nicht an seiner Begabung, andere aber, Mißgünstige und Neidische, erklärten ihn für einen ,, Blender". Nun, diesen Leuten würde er den ,, Blender" zeigen! Eitelkeit und Stolz färbten seine hübschen Wangen.
Der Entwurf der Rede beschäftigte ihn Tag und Nacht, selbst während er in seinem Büro Schriftsätze diktierte. Viele Stunden am Tage und am Abend ging er in der Stadt spazieren, die zur schönsten Stadt des Reiches werden sollte. Hier war er geboren, hier kannte er jeden Stein, und doch sah er sich alles nochmals genau an, mit neuen, prüfenden, kritischen Augen gleichsam, vom Pflaster bis zu den Dächern und Turmspitzen. Die barocken Häuser in der Altstadt, die Taubenhaus störten, gefielen ihm wie immer außerordentlich. Zwar waren sie nur schmal und standen eng, aber sie verliehen der Stadt ihren Charakter. Natürlich sollten sie erhalten bleiben. Er erinnerte sich, daß man früher viel vom sogenannten Nord- Süd- Durchbruch sprach, bis endlich der Historische Verein, den Professor Hall leitete, den abenteuerlichen Projekten ein Ende machte. Er genoß die Unterstützung Krügers, der für alte Häuser schwärmte, und die Baurat Kriegs, der einmal wegen eines geschmiedeten Wirtshausschildes eine hitzige Zeitungskampagne entfesselte.
Fabian besuchte den Historischen Verein, der in einem ehemaligen Nonnenkloster untergebracht war. Hier waren nur einige gotische Grabplatten mit abgeschlagenen Nasen zu sehen, ein paar verstaubte Säulenstümpfe und zwei kleine Vitrinen mit allerlei Feuersteinsplittern und Topfscherben aus germanischer Zeit, die von einer Ausgrabung bei Amselwies stammten und die niemand beachtete.
Auch dem Städtischen Museum stattete er einen Besuch ab. Hier sah man eine Anzahl von Stichen und alten Bildern, den Brand einer Kirche mit roter Lohe, einige Truhen, Kommoden und Schränke, alles mit auffallender Lieblosigkeit angeordnet.
Am meisten fesselte ihn hier ein altes Gemälde, auf dem die Stadt mit den früher vergoldeten Turmspitzen des Doms dargestellt war. ,, Die Stadt mit den goldenen Türmen" hieß das Gemälde, das ihn nicht mehr losließ. In diesem Augenblick
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