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Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
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Offizier, der den Befehl seines Kommandeurs in Empfang nimmt. Dann, als er sich daran erinnerte, daß sie nicht im Argonner Wald waren, machte er eine leichte Verbeugung. ,, Ich stehe Ihnen mit meiner ganzen Kraft zur Verfügung", sagte er fast feierlich. ,, Jedenfalls können Sie über mich verfügen. Ich habe nur die eine Bitte, mir bald mein Arbeitsfeld anzuweisen."

Die diensteifrige Haltung Fabians hatte auf Taubenhaus einen günstigen Eindruck gemacht. Er lächelte befriedigt und seine Miene wurde noch selbstbewußter. ,, Ich freue mich ungemein, daß wir uns so gut verstehen", antwortete er und seine Stimme schnarrte kräftiger. ,, Ihre Tätigkeit kann ich Ihnen natürlich erst zuweisen, sobald ich Ihre Fähigkeiten genauer kenne. Den ersten Auftrag aber kann ich Ihnen schon jetzt erteilen. Sie hören gut zu!"

Fabian antwortete wieder mit einer leichten Verbeugung.

Taubenhaus fuhr fort: ,, Ich habe die Absicht, mich der Stadt und der Bürgerschaft in einigen Wochen in einer öffentlichen größeren Kundgebung vorzustellen. Nun wissen Sie ja, daß ge­sellschaftliche Verpflichtungen aller Art und besonders meine umfangreiche amtliche Tätigkeit mir in den ersten Monaten kaum eine freie Stunde Zeit lassen, geschweige denn die nötige Sammlung erlauben. Ich bitte Sie daher, mir diese Antritts­rede nach den soeben dargelegten Gesichtspunkten zu entwerfen. Sie verstehen mich?"

Fabian nickte. ,, Sehr wohl", erwiderte er. ,, Ich empfinde die­sen Auftrag als besondere Auszeichnung und werde mich be­mühen, ihn zu Ihrer Zufriedenheit zu erfüllen."

Taubenhaus erhob sich ebenfalls und reichte Fabian die Hand. Sein steifer und etwas harter Gesichtsausdruck wurde von einer Art Freundlichkeit gelockert. ,, Sie sind ja in dieser Stadt auf­gewachsen", sagte er ,,, und wissen besser als ich, was man aus ihr machen kann. Ich hatte ja noch gar nicht die Zeit, mich viel mit ihr zu beschäftigen. Von meinem Freund, Justizrat Schwa­bach, auf dessen Urteil ich viel gebe, hörte ich, daß Sie vor einigen Jahren einmal im Rathaussaal eine Rede gehalten haben, die geradezu enormes Aufsehen erregte. Vielleicht gelingt Ihnen

etwas ähnliches! Ich bitte Sie, nicht zu vergessen, daß die Rede

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