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,, Sie sind ja zur Zeit als Syndikus beurlaubt, lieber Kollege?" sagte Schwabach, als er Fabian begrüßte. ,, Bürgermeister Taubenhaus hat es mir gestern in der Sitzung erzählt."
Schwabach war ein untersetzter, beleibter Herr und sah wie ein Pudel aus, ein gutmütiger grauer Pudel. Jedenfalls erinnerten der wirre graue Haarschopf und der aufgeplusterte Schnurrbart Fabian immer an einen Pudel. Dazu hatte er wulstige Lippen und einige tiefe Schmisse, die ihm die fleischigen Backen und das r in runde Kinn förmlich in Stücke zerschnitten hatten. Er war seiner Jugend ein großer Raufbold gewesen.
,, Hoffentlich nicht allzu lange", erwiderte Fabian zuversichtlich lächelnd und betrachtete die tiefen Schmisse des Justizrats. Lieber Himmel, dachte er, sie haben den Pudel förmlich in Hackfleisch verwandelt.
,, Ja, wir wollen es hoffen", entgegnete der Justizrat. ,, Nun, schließlich liegt es ja bei Ihnen. Wie mir Taubenhaus erzählte, haben Sie schon die einleitenden Schritte unternommen?"
Fabian war äußerst erstaunt. ,, Ich hatte doch um äußerstes Stillschweigen gebeten", sagte er.
Schwabach lachte. ,, Stillschweigen? Stillschweigen?" erwiderte er. ,, Wir leben in einem geordneten Staatswesen, in dem es in vielen Dingen kein Stillschweigen mehr geben darf! Jedenfalls erfährt Taubenhaus alles und als Stadtoberhaupt muß er auch schließlich alles wissen, was in der Stadt vor sich geht, nicht wahr?" Er deutete auf einen zusammengesessenen bequemen Sessel hinter seinem Schreibtisch. Mit der Hast des vielbeschäftigten Anwalts begann er ohne jede Vorbereitung von der Scheidungsangelegenheit zu sprechen. ,, Die Gegenpartei bezeigte nach Ihrer Rückkehr mit auffallender Eile sofort wieder die alte Aktivität, ich nehme an, der Motor ist Ihre Frau Gemahlin?"
Fabian nickte. ,, Mit größter Wahrscheinlichkeit", stimmte er zu. Oh, er kannte Clotildes Augen zu gut, um sich zu täuschen. Seit seiner Rückkehr sahen sie härter und gleichgültiger aus, in den letzten Tagen hatte er sie nur glänzend und hart gesehen, manchmal erschienen sie völlig gläsern. Sie verachtete ihn, weil er, wie sie glaubte, nicht genug Entschlossenheit in jenen politischen Dingen zeigte, die ihr am Herzen lagen.
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