Druckschrift 
Totentanz / Bernhard Kellermann
Entstehung
Seite
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Es dauerte längere Zeit, bis Fabian antwortete. Er zuckte die Achseln. ,, Vor allem wäre es nötig, dem Volk klarzumachen, daß es sich um Übergangserscheinungen handelt", erwiderte er. ,, Übergangserscheinungen?" Gleichen lachte.' ,, Ja, wenn man wüßte, daß es sich nur um vorübergehende Einrichtungen handelt? Wie aber sollte man das wissen?"

Darauf gab Fabian nur eine unverständliche, kurze Antwort. Seine unverkennbare Abneigung, ernsthaft auf ein Gespräch eingehen zu wollen, mahnte Gleichen zur Vorsicht.

Er zog die Stirn seines zergrübelten Gesichts kraus und be­gann erneut zu schweigen. Wieder betrachtete er Fabian, und etwas wie leichtes Mißtrauen erschien in seinen düster glim­menden Augen. Er weicht aus, ging es ihm durch den Sinn. Übrigens denkst du einen völligen Unsinn zusammen: Man kann so hübsch und gewandt wie nur möglich sein, und auch so eitel, und trotzdem tief und aufrichtig. Oder nicht? Schweigend ging er weiter, aber er fühlte sich fortan unbehaglich in Fabians Nähe.

Nach einigen Minuten erblickte er den Seitenweg, den er ein­schlagen mußte.

,, Ich muß hier abbiegen", sagte er, indem er den Hut zog. ,, Ich will zu einem Kollegen in dem Dorf da drüben. Er ist krank, und ich besuche ihn an jedem freien Tag." Er deutete auf eine Gruppe roter Dächer, die über den gelben Stoppel­feldern zu sehen war.

Als er Fabian die Hand reichte, blickte er ihn mit düsteren Augen an, die von einem fragenden, forschenden Ausdruck erfüllt waren.

Etwas verwirrt durch den forschenden Blick Gleichens ver­folgte Fabian seinen Weg zur Stadt. Über den fernen bunten Dächern kam ihm ein großer blauer Fleck am Himmel rasch

entgegengezogen.

Er war, offen gestanden, froh, daß sein Begleiter ihn verließ, damit er seinen Gedanken ungestört nachhängen konnte. Alles, was er heute erlebt hatte, seit dem Gespräch mit den beiden Damen in Clotildes Zimmer, ging ihm durch den Kopf und erfüllte seinen Sinn mit Unruhe. Die Luft war mild, und er

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