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Kette der Tage : Gedichte aus Dachau / Kupfer-Koberwitz
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SS -SPUK

Es werden so viele Särge gemacht

und innen ausgeteert

sie gähnen wie dunkele Todesnacht,

wie tiefer Abgrund, unheimlicher Schacht. Wohin werden diese Särge gebracht?- Warum sind sie geteert?

Es werden so viele Schüsse gehört-

und dann und wann ein Schrei.

Was ists, das man heimlich in Autos fährt? Was ist es, das heimlich man munkeln hört?- Der Schießplatz liegt weit und sehr ungestört, doch hört man Schuß und Schrei.-

Leer rollen die Wagen und.langsam zurück- wo ist nun ihre Fracht?-

Die SS fährt schweigend mit düsterem Blick, es weht um sie alle wie schwarzes Geschick,

sie halten die Waffen und schaun nicht zurück:

Wo ist nun ihre Fracht?-

Und der Kamerad flüstert ins Ohr mir leis: Jetzt sind es Särge, geteert,

vor Wochen wuschen in Grauen und Schweiß wir die Autos rein, wovon keiner weiß,

die waren voll Blut und es fror zu Eis.

Jetzt nimmt man Särge, geteert.

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