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Kette der Tage : Gedichte aus Dachau / Kupfer-Koberwitz
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er will nicht ertrinken in seinem Los

und alles in ihm wird zur Gier.-

Die Augen erspähn nur, was eßbar ist:

Essen- essen nur denkt das Hirn:-%

der Mensch wird ein Tier, das säuft und das frißt, mit der Schwäche Schweiß auf der Stirn.

Und die, die so elend und hungrig sind, die betteln in ihrer Not:

Kamrad, ist es kein Stück Brot,

genug, wenn Kartoffelschalen es sind, denn Brot wiegt schwerer als Gold!-

Einmal nur satt sein, ein einzig Mal nur,

ganz gleich wovon, gleich auch wie!---

Das Auge erspäht einer Beute Spur,

voll Gier, wie ein raubendes Vieh.

Einmal nur satt sein! was dann kommt, ist gleich, danach wird er nicht mehr fragen-

einmal nur satt sein! dann ist er reich,

dann mögen sie ihn erschlagen.-

Und er, der so elend und hungrig ist,

er bettelt in seiner Not:

Kamrad, ist es kein Stück Brot

wenn du die Kartoffelschalen nicht ißt--- gib sie- mir sind sie wie Gold!

Er hat einem andern das Brot gestohlen, hat es heimlich, voll Gier verschluckt man suchte das Brot bei Deutschen und Polen ,

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