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Kette der Tage : Gedichte aus Dachau / Kupfer-Koberwitz
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da seh ich ihn-- wie aus dem Grab erscheint mir sein Gesicht. -

Er schwankt- es fängt ihn keiner auf- er stürzt so hart und dumpf,

macht weit den Mund, die Augen auf,

dann zuckt ihm Glied und Rumpf-

die Hände fassen irgendwo

ins Leere- angstverkrallt,

dann fällt der Kopf zur Seite- so- ganz schlapp- die Züge alt.-

Er zuckt nicht mehr- er liegt ganz still,

die Augen aufgesperrt,

wie einer, der es wehren will,

daß man ihn fortgezerrt.-

Wir stehen stramm, die Mützen ab,

die Augen fern und weit--

der dort sank eben in sein Grab

als einer ,, Rührt euch!" schreit.-

Mir ist um Herz und Aug so weich, ich seh den Mann dort, tot und bleich- ... wie leer ist sein Gesicht...

gestrichen ist daraus die Zeit

und doch hörst du

-

-

der Tote schreit,

der Tote schreit: ,, Gericht!"-