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Zwölftausend Mann zum Appelle da stehn,
ich habe zwölftausend Köpfe gesehn, ganz kahl geschor'n.-
Zwölftausend Mann zum Appelle stehn,
die in die sinkende Sonne sehn,
Sonne so rot.-
Wolken, sie ziehn am Himmelszelt,
farbig schöne Gebilde-
ziehn in die weite freie Welt,
über blüh'nde Gefilde-
Schwalben zwitschern im Fluge dahin,
flüchtig, wie unsre Gedanken,
mit ihnen flattert unstät der Sinn,
wenn auch die Kniee uns wanken.-
Zwölftausend Mann zum Appell wir stehn und in die sinkende Sonne sehn,
Sonne so rot.-
Zwölftausend Mann zum Appelle stehn,
die in die steigende Sonne sehn,
Sonne so rot.-
Vor allen liegt grau ein grauer Tag
düsterer Schreckensgebilde,
und trotz der Sonne, dem Vogelschlag
und trotz aller Lüfte Milde
erschauern wir bei dem roten Schein,
der alles morgendlich badet,
denken: das kann unsre Kugel sein,
die jener Posten dort ladet.-


