Schubert: In der Zeit von September bis November 1941. Staatsanwalt: Wer von den Blockführern hat noch an den Massenvernichtungen teilgenommen? Hat Ficker auch
teilgenommen?
Schubert: Jawohl, hat auch teilgenommen!
Staatsanwalt: Und Knittler?
Schubert: Für Knittler war es eine Selbstverständlichkeit! Staatsanwalt: Hat Knittler gebeten, sich an der ErschieBung beteiligen zu dürfen?
Schubert: Knittler hat sich selbst einmal angeboten, daß er gerne schießen möchte, und ist auch drangekommen.
Staatsanwalt: Welche Auszeichnungen haben Sie, Angeklagter Schubert, für Ihre Bestialitäten bekommen? Schubert: Ich habe das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern bekommen!
Knittler, Martin. Martin Knittler war als einfacher Blockführer, der sich durch keinerlei geistige oder andere Fähigkeiten auszeichnete, ein Durchschnittstyp jener Kategorie von SS - Banditen, aus denen sich das >> Schwarze Korps« in der Hauptsache zusammensetzte. Er war ein SS - Unteroffizier von echtem Schrot und Korn. Er erreichte bei der Erfindung raffinierter Folterungs- und Mordmethoden zwar nicht die teuflische Virtuosität eines Sorge oder Schubert, war aber trotzdem um kein Haar besser.
Knittler wurde 1916 in Fürst geboren und wuchs in der Weltabgeschiedenheit dieses kleinen oberbayrischen Dörfchens auf. Als blutjunger Dachs sah er in München erstmals eine glanzvolle SS- Parade und war davon so fasziniert, daß er sich sofort freiwillig zur SS meldete. Von diesem Zeitpunkt an ging er unaufhaltsam, blind, unterwürfig, gehorsam den schrecklichen Weg bis zum Massenmörder von Sachsenhausen.
Auch Knittler mordete bald nicht mehr nur auf Befehl, sondern bekundete eine grauenhafte Lust am Menschen
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