Im Walde vor dem Dachauer Nordtor, beim ,, Wildpark", entledigen sie sich jeglichen unnötigen Gepäcks. Ein Rottenführer, ein Volksdeutscher aus Kroatien , der zwangsweise zur SS eingezogen worden war, legt hier Zivilkleidung an. Nun gleichen sie sich auch äußerlich, der Bewacher und die Bewachten, die sich innerlich bereits seit langem in ihrem Kampf gegen ihre SSUnterdrücker geglichen haben.
,, Solange es noch nicht dunkel genug ist", rät Karl ,,, wird es wohl das beste sein, wir legen uns hier hin." Er vermutete, daß die SSPatrouillen die Flüchtlinge nicht in unmittelbarer Nähe des Lagers suchen würden. Sie legen sich also ein paar Stunden hin, um auszuruhen und zu schlafen, um gut vorbereitet zu sein für die kommende Nacht.
Endlich ist es soweit!
Nachdem sie sich etwas erfrischt haben, nähern sie sich dann in Gruppen von je zwei, drei Mann längs des Fischerufers der Ampermochinger Brücke, über die sie unbedingt müssen, selbst wenn sie besetzt sein sollte. Kurz entschlossen gehen sie los, an der SS vorbei, die am Gewehrputzen ist und den Vorübergehenden neugierig nachsieht. Einige der Häftlinge haben noch ihre Zebrahosen an, doch zum Glück hüllt die Dunkelheit alles in ein gleichmäßiges Grau. Dichte Nebelwolken hängen über den Wiesen am Ufer der Amper. Hinter hellumrandeten Wolkenmassen verbirgt sich der runde Mond.
Wohlbehalten kommen sie über die Brücke und marschieren am ,, Schusterhof" vorbei quer durchs nahegelegene Dorf. An der Kirche werden sie von einem Unterscharführer der SS angehalten und nach ihren Papieren gefragt. Frech brummt Karl etwas vor sich hin und spielt den müden Arbeiter, der einen langen Marsch hinter sich hat und auf dem Wege nach seinem Heimatdorf Vier kirchen ist. Sie werden durchgelassen, doch ein paar hundert Meter weiter holt sie der Unterscharführer wieder ein. Nochmals fragt er nach ihren Papieren, diesmal mit dem Karabiner im Anschlag. K. tut, als ob er in seine Tasche fassen will- und schon saust seine Faust kräftig gegen das Kinn des SS- Mannes. Während der zusammenbricht, ergreifen die Häftlinge die Flucht, und sehr bald hat sie die Dunkelheit dieser stürmischen Nacht verschluckt.
Am ,, Schönbrunner Berg" warten K. und N. vergeblich auf die anderen Kameraden. ,, Du hast sicher Angst, daß deinem Bruder
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