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Goethe in Dachau : Literatur und Wirklichkeit / Nico Rost ; aus dem Holländischen übersetzt von Edith Rost-Blumberg
Entstehung
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Wir alle stehen noch ganz unter dem Eindruck dieser Nach­richt. Wir wissen und fühlen, welch großer Verlust sein Hin­scheiden bedeutet; für uns alle hier und vor allem für später.

Nach dem Appell

Als wir während der Mittagsruhe neben der Totenkammer in der Sonne lagen und natürlich über W. B. sprachen, wurde seine Leiche an uns vorübergetragen.

Es waren- in kaum einer halben Stunde- schon acht- oder neun­mal Träger mit Toten vorbeigekommen, ein Schauspiel, das wir nur allzu gut kennen, doch als sich zwei Pfleger vom Block 2 mit einer Bahre näherten, blickten Steensma und ich zufällig hin; das Laken war von der Leiche herabgeglitten, so daß wir das Gesicht sehen konnten, und plötzlich erkannten wir Wiardi Beckman. Wir haben ihn noch ein letztes Mal gegrüßt...

Abends

Wir haben erreicht, daß der Pole aus der Totenkammer eine Totenmaske von W. B. gemacht hat.

Auf mein Drängen hat Con, der am besten von uns den Polen kennt, mit ihm deswegen unterhandelt.

Dr. van D., Suire und ich haben für die genügende Anzahl Zigaretten gesorgt, so daß der Pole nicht nur seinen Gips or­ganisieren konnte sondern auch selbst zufrieden war. Ich vermute, daß die Parteileitung der SDAP die Totenmaske von W. B. später gern haben will und natürlich seine Familie sicherlich auch.

Ich selbst werde später ebenfalls um einen Abguẞ bitten.

16. März, früh

Auch Eddy hätte dem toten W. B. gern noch ein letztes ,, Lebe­wohl!" gesagt; auch er war sehr getroffen; ich glaube, daß er sein Empfinden in einem Gedicht auszudrücken hoffte und

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