zueignen. Er übersetzt Stellen aus meiner, Italienischen Reise' und versichert, das Geschichtchen von einer Marchesina gehört zu haben.
Genug, man muß das Buch nicht nur lesen, man muß es besitzen."
Abends
War wieder bei Rheinhardt. Er ist bewußtlos und starrt mit glasigen Augen vor sich hin. Ich blieb eine Viertelstunde an seinem Bett stehen, aber er erkannte mich nicht mehr, und ich kann ja leider nichts mehr für ihn tun, nichts, um zu verhindern, daß er nun wohl sterben wird... Und dabei das bittere, nicht loszuwerdende Gefühl, daß er in den Tod gejagt worden ist!
--
Er hätte vor allem als Arzt hier im Revier bleiben können... hier bleiben müssen!
Er hätte unter allen Umständen am Leben bleiben müssen... auch für später.
23. Februar
In Block 9 heute den Prinzen Bourbon- Parma kennengelernt, der einen sehr sympathischen Eindruck machte. Er tat ganz und gar nicht prominent und scheint sogar eine bevorzugte Behandlung die ihm von der SS angeboten wurde abgelehnt zu haben. Er will nicht in den Elitebunker, will nicht mehr sein als wir.
Obwohl unser Hohenzoller sicherlich ein anständiger Kerl ist, bleibt er doch, im Vergleich zu Bourbon, ein echter Kleinbürger, der sich mit Vorliebe bei denen anbiedert, die im Augenblick mächtiger sind als er: bei der SS.
Bourbon- Parma tut das nicht!
D. meint, und wahrscheinlich hat er recht, daß man schon daran allein deutlich erkennt, daß das Haus Bourbon- Parma echter, alter Adel ist, mit dem verglichen die Hohenzollern eigentlich Parvenüs sind.
233


