sier eintrat. Niemand kannte die Probleme der Kolonialpolitik besser als er.
Ich selbst werde später sicher noch oft an die Gespräche mit ihm, Gerrit und Piet in der Dachauer Quarantänestraße und in Vught zurückdenken.
Er war der geborene Lehrer. Seine Vorträge erinnerten mich oft an die Kurse von Hermann Duncker in der Marxistischen Arbeiter- Hochschule in Berlin . Auch er beherrschte die Kunst, schwierige Probleme derart zu erklären, daß sie jeder begriff, ein Arbeiter ebensogut wie ein Rechtsanwalt, ein kaufmännischer Angestellter genau so wie ein kleiner Bauer. Gijs verfügte über ein großes, vielseitiges Wissen, von dem er jedoch niemals viel Aufhebens gemacht hat, über eine gut fundierte Einsicht in die Probleme der internationalen und vor allem der kolonialen Politik.
Er ist so von uns gegangen, wie er stets in der Partei gewesen ist auch während der schwierigen Jahre, in denen er TASS- Korrespondent für Holland war-, still und möglichst unauffällig, doch beseelt von einem felsenfesten Vertrauen, das durch nichts und niemand- auch nicht durch das Lager erschüttert werden konnte.
Er hatte kein schweres Kommando, aber wieviel Mühe hat es doch gekostet, ihn zur Annahme des leichteren Kommandos zu überreden, das ihm einige deutschę Kameraden verschafft hatten. Weil wir so sehr darauf drangen, nahm er es schlieẞlich an, doch er hätte es viel lieber abgelehnt und den Platz einem anderen Kameraden überlassen.
13. Januar
Der Jesuit ist heute nacht gestorben. Er war zu geschwächt. Suire ist bis zum Schluß bei ihm geblieben und auch Michelet . Auf die Franzosen hat sein Tod einen tiefen Eindruck gemacht.
Als die Leiche weggetragen wurde, bin ich mit Suire und Mi chelet bis zur Totenkammer mitgegangen...
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