kommen zu lassen. Er möchte das gern für eine Neuauflage seiner Ozanam- Biographie haben. Wir waren derart in unser Thema vertieft, daß wir das Jammern und Stöhnen der Kranken um uns herum es war Verbandstag- kaum hörten.
Abends
Komme soeben von Gijs. Fand ihn besonders lebhaft. Um mir zu zeigen, daß er mich sofort erkannte, und zum Beweis, daß seine geistigen Kräfte nicht gelitten haben, erinnerte er mich daran, wann und wo wir uns zum ersten Male getroffen hatten: 1922 in Berlin , in einem Haus Unter den Linden, im Zentralbüro der Internationalen Arbeiterhilfe.
Gijs erinnerte sich noch an viele Einzelheiten, die mir längst entfallen waren. Er erzählte die ganze Zeit, während ich bei ihm saß, doch kein einziges Wort des Selbstbedauerns kam über seine Lippen.
12. Januar
Heute morgen, ganz früh, ist Gijs gestorben, also doch noch
unerwartet.
Vor einer Stunde erfuhr ich es von Drost.
Der Schmerz um diesen Verlust wird groß sein, vor allem wenn wir wieder zu Hause sind.
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Hier können wir nicht lange trauern, um niemanden. Einen Tag, höchstens zwei Tage...
Wer von uns wird nun an die Reihe kommen?
Heute bereits hundertsiebenundzwanzig Tote.
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Später, wenn all das vorbei ist, werden wir das heißt diejenigen von uns, die dann noch am Leben sind- Gijs' gedenken.
Die Freunde in Holland werden das bestimmt tun. Sie werden an seine Entlassung als Direktor des Lehrerseminars in Paroeng erinnern und an seine Verbannung aus Indonesien ( bereits vor dem ersten Weltkriege), weil er für die Indone
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