pater Riquet— einen Franzosen — ins Revier zu schmuggeln. Ich holte den Pater, bin aber dann weggegangen. Michelet , der Vertrauensmann der Franzosen (ein Freund von Mari- tain, erzählte mir Suire), stand bei unserem Kommen bereits
am Bett des Neuen.
6. Januar
Habe heute Auer gebeten, mir Näheres über Ampere zu er- zählen, dessen Name wiederholt in Goethes„‚Gesprächen mit Eckermann‘ genannt wird. Wie ich sehr schnell bemerkte, hätte ich ihm kein größeres Vergnügen machen können, denn dadurch sah er eine Möglichkeit, um auf einem graziösen lite- rarischen Umweg— auf sein Lieblingsthema Ozanam zu Spre- chen zu kommen. Erst berichtete er einiges über Ampere und sein Blatt„Le Globe“, das Goethe„‚der reifen Urteilskraft seiner Mitarbeiter“ wegen überschwenglich gepriesen hat und dessen Redaktion Ampere als— Vierundzwanzigjähriger leitete. Einer seiner späteren Mitarbeiter— und damit hatte mein Freund das Gespräch dort, wo er es haben wollte— war Fre- deric Ozanam, 1813 in Mailand geboren, mit einer Empfeh- - Jung zu Ampere senior nach Paris gekommen, wo ihn bald eine innige Freundschaft mit dessen Sohn— Goethes Arfpere
also_ verband, und wo er einer der berühmtesten Mitarbei-
ter von„„Le Globe‘ wurde.
Auer hat Ozanam spezielle Studien gewidmet, und obwohl ich eigentlich für den Gründer des berühmten Vincentiusvereins nicht mehr als eine Art höflichen Respekts empfand, muß ich
offen zugeben, daß es A._ nach einer Darlegung, die den ganzen Abend dauerte und im Bett, als das Licht aus war, noch flüsternd fortgesetzt wurde— schließlich doch ge-
lungen ist, mein Interesse für Ozanam derart zu wecken, daß ich heute vollkommen davon überzeugt bin, in meinem Leben etwas versäumt zu haben, wenn ich seine Bücher
nicht lese.
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