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Goethe in Dachau : Literatur und Wirklichkeit / Nico Rost ; aus dem Holländischen übersetzt von Edith Rost-Blumberg
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,, Weigern, euch beharrlich weigern. Ihr könnt ja nie genug mit eurem Luther angeben. Nun hättet ihr ihn euch zum Vor­bild nehmen sollen, der hat gesagt: Hier stehe ich ich kann nicht anders!""

Wahrscheinlich war dieser historische Vergleich nicht sehr treffend solche Vergleiche sind es ja selten, aber Eugen begriff sehr gut, was ich meinte! Und das war schließlich die Hauptsache.

6. Dezember

Die Diskussionen darüber, ob es richtig oder unrichtig war, sich freiwillig zu melden, sind nun in allen Baracken in vol­lem Gange.

,, Wir können draußen mehr tun", behaupten jetzt die Deut­schen.

Das kann, meiner Meinung nach, niemand von hier aus beurteilen, auch nicht die Deutschen, die sich einschrei­ben ließen. Dieses Argument ist nur eine geschickte Ausrede.

Ich bleibe dabei, daß sie falsch handeln.

7. Dezember

Eugen ist verzweifelt, denn er ist einer der wenigen Öster­reicher, die sich gemeldet haben( die meisten von ihnen taten es nicht), und auch bei den deutschen Freunden ist die Stim­mung nun merklich gesunken.

Viele von ihnen sind jetzt gleichfalls der Überzeugung, daß es ein großer Fehler war, sich freiwillig zu melden, aber nun können sie nicht mehr zurück.

Übrigens sind nicht einmal alle angenommen worden. Ein­schreibungen von Spanienkämpfern wurden von vornherein nicht akzeptiert, und auch viele Kommunisten wurden abge­wiesen.

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