mäßig ruhig, so ausgeglichen, als ob er in seiner Bibliothek in Freiburg wäre, und nicht in der Hölle, die Dachau heißt. Und was für ein echter Bibliothekar er ist! Vor einer Stunde brachte er mir eine Liste in seiner korrekten altertümlichen Handschrift, notabene- mit nicht weniger als... zweiundsechzig Titeln von Werken Hansjakobs. Genau mit Erscheinungsjahr, Format und so weiter. Alles aus dem Kopf notiert, denn hier gibt es kein einziges Buch von Hansjakob.
Auch der Name des flämischen Biographen, über den er gestern gesprochen hat und dessen Buch 1901 in Gent erschien, ist ihm wieder eingefallen: H. Bisschop. Er erinnerte sich sogar auch noch daran, daß ein anderer Priester, nämlich Anton van Rijswijck, vom bischöflichen College zu Roermond ( Christoffelstraße 7) an einer ausführlichen Studie über Hansjakob arbeitet. Er bat mich, diesem Priester mitzuteilen, daß A. ihm nach dem Kriege gern weiteres Material ver
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schaffen will.
,, Das heißt", fügte er vorsichtigerweise hinzu ,,, wenn wir beide hier lebend herauskommen."
Abends
Heini schenkte mir heute ,, zur Erinnerung an unser Gespräch über Landauer" ein neues Diktatheft, das er für mich im Zimmer des Chefarztes organisiert hat.
Ich werde es für meine Aufzeichnungen benutzen und hoffe, daß ich es später mit nach Hause nehmen kann.
Auf die erste Seite hatte Heini ein Wort von Landauer geschrieben: ,, Nichts lebt, als die Tat ehrlicher Männer!"
28. September
Heute hatten wir von ein Uhr mittags bis gegen fünf Uhr Luftalarm die beste Gelegenheit, um ,, ungestört" lesen und schreiben zu können.
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