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Und ob ich mich daran erinnere! Nur zu gut! Ende 1932 habe ich Mühsam noch in Berlin gesprochen; im Mai 1933 saß ich dann selbst auch im KZ Oranienburg und kenne darum genau den Ort, wo sie ihn später aufgehängt haben. Außerdem habe ich danach auch noch einige Artikel über diesen Mord geschrieben, und über Oranienburg ...
Und gewarnt...
Abends
Muẞte unwillkürlich wieder an meine Broschüre ,, Die Brauerei von Oranienburg" denken, die ich im Juli 1933 publizierte. Und an meine Radiorede über dasselbe Thema in dem flämischen Sender Brüssel . Aber auch das alles war wie leider immer nur tauben Ohren gepredigt!
Die einzigen, die wohl wußten und begriffen, wovor ich warnte, waren die NSDAPer; die den Buchhändlern in Amsterdam meine Broschüre mit Gewalt wegnahmen und sie- vor nun mehr als elf Jahren zerrissen.
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25. September
Habe Heini erzählt, daß ich Tollers Autobiographie ins Holländische übersetzte und daß mir daher auch der Name Niederschönefeld keineswegs unbekannt ist.
,, Ja, Toller hat da auch sehr lange gesessen. Er schrieb dort sein erstes Drama, Die Wandlung ' sowie sein, Schwalbenbuch', das später so berühmt geworden ist- bei den deutschen Arbeitern wenigstens; das sind die Gedichte über die Schwalben, die sich in seiner Zelle ihr Nest gebaut hatten, die aber von den Gefängniswärtern natürlich sofort verjagt wurden, als sie sie entdeckten." Heini war hocherfreut, als ich ihm sagte, daß sowohl ich als auch viele andere Holländer das..Schwalbenbuch" kennen- und lieben.
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