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Die Jakobiner konnten, da das Volk hinter ihnen stand, den Egoismus der Reaktion bekämpfen und die Revolution fortführen Hölderlin konnte das nicht. Sein Dichterwort wurde von seinem Volke nicht gehört, rüttelte es nicht auf- erreichte es noch nicht einmal: ,, Man fragt nicht, ob ihr wollt!", habe ich im ,, Hyperion" gefunden ,,, ihr wollt ja nie, ihr Knechte und Barbaren! Euch will man auch nicht bessern, denn es ist umsonst! Man will nur dafür sorgen, daß ihr dem Siegeslauf der Menschheit aus dem Wege geht."
Ein Dichter, der das schrieb, der ein derartiges Urteil aussprach, wird nun im Dritten Reich offiziell propagiert? Fühlen sie denn nicht, daß er mit diesen Worten auch über sie das Todesurteil gefällt hat? Und seine Leser, begreifen die es? Oder begreifen sie mit der Zeit überhaupt nichts mehr, sind sie sogar für diese glühenden Dichterworte gefühllos geworden? Ist auch im heutigen Deutschland , genau wie vor einem Jahrhundert, noch immer keine einzige Gruppe von Menschen zu finden, zu denen solche Worte dringen? Niemöller und Wiechert wurden ja dort auch zu Predigern in der Wüste.
17. September
Hölderlin ist, meiner Meinung nach, darum ein so großer Dichter, weil er in seinen wehmütigen Versen niemals ausschließlich sein eigenes Leid besingt, nie nur privates Unglück betrauert, sondern die tiefe Misere, in die sein Land versunken ist. Obwohl er selbst im Leben immer und überall Schiffbruch erlitten hat, nie einen Pfennig verdiente und sogar als Erzieher niemals eine ordentliche Stellung fand, obwohl er als Dichter ungeachtet der Protektion von Schiller und unbekannt blieb und auch seine Liebe zu Susette Gontard ein tragisches Ende nahm, trotz allem tragen seine elegischen Gedichte niemals einen rein persönlichen Charakter.
Schlegel
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Ihr wahrer Inhalt ist wie auch Lukacs sehr richtig erkannte
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immer wieder der Gegensatz zwischen dem Griechenland
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