sahet ihr nicht voraus, daß der Aschregen des Feuerbergs später alle Wurzeln nährt, heiß alle Zweige und Blüten treibt und gewaltsam ein Eden aus der Wüste zieht?"
Interessant und beachtenswert ist auch seine Anregung, die deutschen Fürsten sollten für ihre ausländischen Gesandtschaften Schriftsteller und Dichter verpflichten, denn:
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,, Was hätten die Fürsten nicht von diesen Botschaftern und Nuntien von Glück und Unglück, Krankheit eigener und fremder Staaten erfahren können? Haben sie nicht die Französische Revolution vorausgesagt ferner die Jammerfolge deutscher Einmischung in diese-, die Erhebung Frankreichs ?" Diesen Rat könnte man auch heute noch den meisten Regierungen erteilen der holländischen miteinbegriffen! Wer würde wohl bei uns für eine derartige Funktion in Betracht kommen? Diese interessante Frage könnte ich eigentlich Sonntag nachmittag ausführlich mit Eddy besprechen. Eine herrliche Gelegenheit, um über Kollegen zu tratschen, um einige Stunden nicht an den Tod zu denken, nicht ob und wann wohl die Amerikaner kommen werden... Die Zeit scheint dann viel schneller zu vergehen, man vergiẞt den Hunger- und plötzlich ist es vier Uhr: Brotausgabe...
8. September
Mir fest vorgenommen, nach meiner Rückkehr nochmals Jean Pauls ,, Siebenkäs " zu lesen sowie ,, Der Titan" und ,, Der Komet". Vor allem auch Börnes Gedächtnisreden für Jean Paul , die natürlich nicht in der Lagerbibliothek sind. Hoffentlich kann ich mir dann auch den biographischen Kommentar zu Jean Pauls Werken von Richard Otto Spazier verschaffen( fünf Bände Berlin 1835), ebenso wie dessen Buch ,, Jean Paul in seinen letzten Tagen und im Tode"( Breslau 1816). Auch Johannes Nohls Studie über Jean Paul als Philosoph ( ich glaube, bei Georg Müller) wird wohl irgendwo aufzutreiben sein, ferner die Auswahl seiner Prosaschriften von Karl Wolfskehl und Stefan George ( Bondi 1910).
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