bensbeschreibung interessiert auch mich immer wieder, genau wie sie bereits viele frühere Generationen fesselte.
Obwohl dieses Buch im vierzehnten Jahrhundert geschrieben wurde, ist es eigentlich die erste Autobiographie- des modernen Menschen. Ich bin zwar der festen Überzeugung, daß Cellini oft sehr übertreibt, aber er ist sein ganzes Leben lang ein Kerl aus einem Guß gewesen, und schon darum werde ich immer eine große Vorliebe und Bewunderung für ihn behalten, auch weil er sein Leben so intensiv und so wahrhaftig lebte.
Nach dem Appell
In unserer Baracke ist das Verhältnis Oberpfleger- Arzt glücklicherweise nicht so wie in den meisten anderen Baracken des Reviers. Anfangs, als ich noch in Block 7 lag, dachte ich oft, daß ich mich geirrt hätte, so absurd schien es mir, daß die Ärzte hier die Untergebenen der Pfleger sind, daß sie- gemäß den Lagervorschriften- nur als Helfer der Pfleger auftreten dürfen. Für diese ist der Arzt daher auch oft ein Feind, gehaßt, weil er mehr kann und weiß, ihre Fehler sieht- auch wenn er sie nicht sehen darf.
Heini denkt darüber natürlich ganz anders. Er will vor allen Dingen helfen und soweit das hier möglich ist- heilen; nicht nur für sich selbst sorgen wie viele seiner Kollegen, oder sich bei der SS beliebt machen, indem er möglichst viele Patienten sterben läßt, wie zum Beispiel Becker, der polnische Oberpfleger von 15!
29. August
Heute früh zeigte ich Rheinhardt einen alten ,, Völkischen Beobachter", in dem eine neue, vollständige Ausgabe der Werke seines Landsmanns Peter Rosegger angekündigt wurde( bei Staackmann in Leipzig ).
,, Eine vollständige Ausgabe wird das bestimmt nicht", meinte er spöttisch lachend ,,, das ist schon mal gelogen, denn seinen
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