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Goethe in Dachau : Literatur und Wirklichkeit / Nico Rost ; aus dem Holländischen übersetzt von Edith Rost-Blumberg
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wie deutschen und italienischen Emigranten. Sie wußten alles über ihn so erzählte er mir und verübelten ihm ganz be­sonders, daß er sich seinerzeit geweigert hatte, den Orden an­zunehmen, der ihm von Mussolini für sein Buch über die Duse angeboten worden war.

Als die Deutschen kamen und ihn ,, übernahmen", sind glück­licherweise seine Akten verlorengegangen, so daß man nicht weiß, woran man mit ihm ist, und ihn hierher geschickt hat. Er sagte mir, daß Heinrich Mann und Lion Feuchtwanger bei Kriegsausbruch nach Amerika entkommen sind. Er hat sie von Le Lavandou, wo er wohnte, nach Marseille ans Schiff ge­bracht, aber wollte selbst nicht mit nach Amerika , weil er glaubte, daß ihn seine Freunde in der Widerstandsbewegung brauchen würden.

Spät abends

Soeben sehr über Dr. G. geärgert, der mich, nachdem er Dr. Rheinhardt kennengelernt hat, in geringschätzendem Ton frag­te: ,, Taugt das, was der Kerl schreibt, eigentlich was?" Warum stößt man bei einigen meiner Landsleute, sobald es sich um Ausländer handelt, immer wieder auf diesen bornier­ten Chauvinismus?

Wenn man Dr. G. mit irgendeinem, noch so unbedeutenden hol­ländischen Schriftsteller bekannt gemacht hätte, so würde er nie­mals den geringsten Zweifel über ihn geäußert und seine Frage bestimmt nicht in dieser herabsetzenden Form gestellt haben.

20. Juli

Ich fürchte, daß es Rheinhardt sehr schwer fallen wird, sich und hier anzupassen, denn er scheint dem Lagerleben ganz gar nicht gewachsen zu sein. Er findet auch den Polen gegen­über nicht den richtigen Ton. Er ist viel zu dienstbeflissen; man muß ebenso frech auftreten wie sie das begreifen sie wenigstens. Gute Manieren reizen nur ihre Machtgelüste, ihren

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