papier aus ihren Paketen, ja selbst Papier, das eigentlich für profanere Zwecke bestimmt war...
Ich bin hier ,, der verrückte Holländer, der Bücher verschlingt und Papier friẞt"!
17. Juli
Meine Gedanken schweifen immer wieder zurück in die Zeit vor meiner Verhaftung.
Daß ich es ablehnte, Vorlesungen in Deutschland zu halten, eine ,, Studienreise" zu machen oder Lektor in Hamburg zu werden, ist ebenso selbstverständlich, wie meine Weigerung, nach Rostock und Altona zu gehen, um den dort aufbewahrten Briefwechsel von Pol de Mont mit einigen ,, niederdeutschen" Schriftstellern zu sichten und zu publizieren. Aber das ist noch nichts Positives!
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Wenn ich jetzt alles recht überlege, dann scheint mir nur das mit Bruno wirklich gut und wirklich wichtig. Aber es war erst ein Anfang, ein vielversprechender zwar, und es wäre sicherlich auch noch mehr geworden, doch da wurde ich geschnappt!
Ich bin traurig und unzufrieden mit mir selbst, weil ich- vor meiner Verhaftung- innerlich noch nicht so weit war wie zum Beispiel Fraitteur und Gilissen... Und ich fürchte, daß ich trotz allem doch noch immer zu sehr Literat geblieben bin- was ich früher anderen zum Vorwurf gemacht habe.
Abends
Und meine Auswahl aus den Aphorismen Lichtenbergs, die ich anläßlich seines 200. Geburtstages( 1. Juli 1942) herausgab? Auch das scheint mir nun nicht mehr so wichtig wie damals, als ich daran arbeitete. Auf jeden Fall war es eine herrliche Gelegenheit, um via Lichtenberg - unter den Augen der deutschen Zensur, ja sogar mit ihrer Genehmigung, scharfe Kritik zu üben, den Widerstand anzuspornen, Schlafende wach
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