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Geopfertes Volk : der Untergang des polnischen Judentums / M. Chersztein ; deutsche Übertragung von Jolanta Münch
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2 Uhr mittags kam. Dann wurde der Transport in größter Eile zum Bahnhof gejagt und dort hundertzwanzig Personen in einen Waggon gepfercht.

HAMBIREN

Das war ein Konzentrationslager für jüdische Frauen, das offiziell als Vernichtungslager bezeichnet wurde.

Alle Frauen mußten schwerste Arbeit verrichten, Loren schieben, Steine tragen usw.

Der Lagerkommandant war ein ausgesprochener Sadist. Jede Woche quälte er etwa 25 Frauen zu Tode. Diejenigen, die arbeitsunfähig wurden, schickte er nach Bergen- Belsen zurück. An ihre Stelle kamen gesunde Frauen. Er selbst besuchte den ganzen Tag lang die Arbeits­stellen und schlug ohne Grund mit einem Gummiknüppel oder mit dem Säbel auf die Frauen ein.

Anfangs gab es Gemüsesuppe, ein halbes Pfund Brot und 20 g Margarine. Zweimal täglich gab es Appelle, um vier Uhr früh und um acht Uhr abends. Die Appelle dauerten eine Stunde, auch während des Frostes oder im Regenwetter. Die Frauen trugen gestreifte Kleider und Holzpantoffeln, ohne Wäsche. So arbeiteten sie im Regen und im Frost, ohne sich je umzuziehen. Wenn sich eine krank meldete, wurde sie bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen. Im Winter kam der Komman­dant nachts, um nachzuprüfen, ob nicht zwei zusammen schliefen( sie wollten sich in der Kälte wärmen und mit zwei Decken zudecken). Die Frauen waren oft bis zur Unkenntlichkeit geschwollen, wenn man sie nach Bergen- Belsen schickte.

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