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Wintersonnenwende 1942
( Als Prolog zu einer Veranstaltung im Block 24)
Seit Ewigkeiten dreht die Erde
sich um den heißen Sonnenball
ein Schäflein in der Sternenherde,
die sich bewegt im Weltenall.
Gesetze, die naturgegeben
auch für den Menschen bindend sind, bestimmen unser Erdenleben
und bringen Regen, Schnee und Wind, bestimmen auch die Jahreszeiten, die regeln unsern Lebenslauf schaut nur auf die Kalenderseiten; die zeigen jeden Wechsel auf.
Sie zeigen auch die Sonnenwende, in deren Zeichen wir heut' stehn die langen Nächte gehn zu Ende, man denkt an linder Lüfte Wehn. Man denkt schon an die Märzentage, man spüret schon den Frühlingssturm, der jäh beendet Winters Plage und wild umbrauset Haus und Turm!
Und wenn die Sonne höher steiget,
dann steiget uns're Hoffnung mit,
daß unser Leidensgang sich neiget,
der führt zur Freiheit Schritt um Schritt...
Und stärker noch wird unser Glaube,
der antreibt uns'rer Herzen Schlag:
Viel Altes fällt dem Sturm zum Raube. und einmal kommt auch unser Tag.
Der Tag, auf den wir lang schon hoffen, der einer Sonnenwende gleicht
-
da uns das Tor zur Welt steht offen, da Dunkelheit dem Lichte weicht.
So sei uns heut die Sonnenwende
ein frohes, leuchtendes Symbol:
Daß mit der Sonn' die Zeit sich wende
zu aller Menschen Heil und Wohl.
In diesem Sinn laßt uns begehen
die heut'ge Feier ernst und schlicht;
laẞt weiterhin uns aufrecht stehen
getreu dem Wort:„ Durch Nacht zum Licht!"
24. 12. 42


