Nachmittage im Mai
Der Himmel steht in wolkenloser Bläue,
in der die Sonne wie ein Glutball hängt;
die Sonne, die uns Tag für Tag aufs Neue mit Wärme und auch mit dem Licht beschenkt.
Von Lindenzweigen, einst so kahl, nun hängen die grünen Blättchen, wie in Gold getaucht;
der Frühling selbst hat sie wohl auf ihr Drängen mit seinem Lebensodem angehaucht.
An dunklen Sträuchern sitzen weiße Blüten. Zwei Amselmännchen hüpfen froh im Gras; indessen hoch im Nest die Weibchen brüten erzählen sich die zwei Gesellen was.
Viel stolze Tulpen blühen auf den Beeten lachsfarbig, rot, in bunter, voller Pracht;
tags öffnen sich die Kelche, doch betreten
sieht man sie schließen sich, kommt still die Nacht.
Gar manchen Vogel hört man munter trillern
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die kleine Brust an Liedern überreich und hie und da sieht man die Fische schillern, wenn Sonne fällt in unsern Goldfischteich.
So zeigt sich allenthalben regstes Leben
auf kleinstem Raum, von Mauern eingeengt, und etwas Freude ward auch uns gegeben, da sich der Mai recht tief ins Herze senkt.
14. 5. 38
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