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Wunschgedanken
Ich saß auf meines Brunnens Rand
und schaute in ein weites Land
und hört das Rauschen grüner Wälder
und sah die fruchtbeschwerten Felder
und spürte, daß ein Segen lag
auf diesem heißen Sommertag.
Und langsam glitt vom Brunnenrand
hinab ins Wasser meine Hand
und fuhr dann naß und kühl und leise
die Stirn entlang, die fieberheiße
-
worauf vor meinen Augen schwand gleich einem Traum das weite Land.
Hoch überspannend Raum und Zeit. blieb mir noch nebst der Wirklichkeit der kühne Flug der Wunsch gedanken; der täglich trotz der festen Schranken mich trägt von meines Brunnens Rand in meiner Sehnsucht weites Land.
4. 8. 40


