AM MAHN MAL DES UNBEKANNTEN
GEFANGENEN
( Inschrift eines Denkmals)
Halt, an dieser Stätte bleibe stehen, Achtlos darfst du nicht vorübergehen. Willst du pflichtbewußt auch weitereilen, Still gedenkend sollst du hier verweilen. Ist die Zeit dir auch nur kurz bemessen, Den Gefangenen darfst du nicht vergessen!- Kannst du heut im freien Lande leben, Denk an Qualen hinter Gitterstäben. Schaust du auf die kalte, düstre Mauer, So gedenk der Trennung bitterer Trauer.- Sahst du einst hier Frauen wartend stehen, Kinder weinend um die Mutter flehen? Denn hier haben Jahre, Tage, Stunden Nur das Grab der Einsamkeit gefunden. Diese Zeit kann Klagelieder singen, Aber niemals ließ der Trotz sich zwingen. Niemals wird der Freiheitsgeist sich beugen, Davon wird dies Mahnmal ewig zeugen!. Schau empor, du weißt, wie sie gelitten, Als sie mutig für die Wahrheit stritten. Drum gelob auch du an dieser Stätte: Nie entstehe neu der Knechtschaft Kette. So vergiß auch nicht den einst Verbannten Und gedenke dieses Unbekannten!-
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