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Das eiserne Tor : Gedichte / Franz Heitgres
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FLUCHT ZU GOTT

Hilfesuchend klagt ein ängstlich Trauern Hinter unergründlich dunklen Mauern: Durch das kreuzbedrohte Gitterfenster Lockt der Lichtstrahl höhnender Gespenster. Keine Stimme will das Schweigen brechen; Aber auch die Wände können sprechen. Banger Zweifel kämpft mit letztem Hoffen: Wann steht wohl das Tor der Freude offen?- Wie soll hier der Mensch die Antwort finden? Möchte sie im Ewigen ergründen.

Er versucht im angsterfüllten Schweigen Nun sein Haupt vor einem Gott zu neigen.

Einer nicht erlösten Sprache Stammeln

Muß das Wort zum fremden Beten sammeln. Unverständlich formen sich die Laute

Nun zu Sätzen, die das Hoffen baute.

Diese Ohnmacht kann den Weg nicht bahnen,

Läßt ihn jene höchsten Mächte ahnen.

Zum Gebet gefaltet nun die Hände,

Glaubt der Mensch an seine Schicksalswende!

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