GENAU WIE DU
Sie tragen alle,
Das harte Kreuz,
genau wie du
Das ihnen dieses Reich beschieden;
Sie nutzen alle,
genau wie du,
Auch ihre Zeit,
Um Rachepläne wohl zu schmieden.
Und packt ein Sehnen dich in diesen Tagen, Wenn Hoffnungslosigkeit den Geist erfüllt, Und haben dir Verzweiflung und Verzagen Den Gang der Weltgeschichte gaf verhüllt, Da strahlt dir plötzlich ein bekannt Gesicht Aus einem dunklen Fensterkreuz entgegen, Und schon erwacht in dir erneut die Pflicht, Zu trotzen diesen schweren Schicksalsschlägen.- Und gehst du in der Freizeit deinen Gang Und glaubst nicht mehr an eine kühne Tat, Da weckt mit einemmal dich jener Klang, Der dich ermahnt: Kopf hoch, mein Kamerad!
Sie klagen alle,
genau wie du
Das harte Leid
Mit schweigendem, verschlossenem Munde;
Sie wissen alle,
Es kommt recht bald
genau wie du,
Auch ihre Zeit und ihre Stunde!
Willst du jedoch mit deinem Schicksal hadern, Weil deinen Schritt des Türes Riegel hemmt, Und drückt dich hart die Last der schweren Quadern Und wird die Welt dort draußen leer und fremd;
Mußt du gefesselt an der Wand noch stehen
Und ballst die Faust in unterdrückter Wut,
Da flüstert's leise im Vorübergehen:
Verzage nicht, Genosse, fasse Mut!-


