folgten den knappen, bestimmten Bewegungen ihres Körpers. Vier Jahre, dachte ich und ich wußte, daß wir uns nun bald würden trennen müssen. Es kann nicht sein, dachte ich.
Vom Flur her ließen sich trippelnde Schritte hören. Ihnen folgte ein heller Ruf des Entzückens. Die kleine Cecile hatte wohl eine Entdeckung gemacht, ein Blume im Garten, einen Käfer oder einen Schmetterling. Ihr klares ,, Ah" grüßte den neuen Tag mit Erstaunen und Freude. Entdeckerstolz und der Sieges jubel eines friedlichen Eroberers lagen in diesem Laut, die Bereitschaft, sich von den Wundern des Lebens überraschen zu lassen und schmeichelnde Anerkennung für die Schönheit der Welt. Dieser eine kleine Laut, der Ruf Ceciles, war ein mutiges Lied, eine Melodie von weltbezwingendem Optimismus.
Ellen fuhr noch rasch mit dem Kamm durch die kurzen, schwarz glänzenden Haare und lief nun davon und lachte draußen mit Cecile. Auf dem Flur wurde es lebhafter. Ich vernahm Herrn Guillos dunkle, ruhige Stimme. Der klösterliche Schritt Fräulein Hamonous huschte an der Tür vorüber. Die dicke Jaqueline weinte, während ihre Mutter, Frau Guillo, sich mit Fräulein Bergas unterhielt, der geschwätzigen Inhaberin der Pension zur ,, Heiligen Therese". Frau Levrat aber schalt mit zärtlichem Stolz ihre Tochter: ,, Cecile, vilaine!"
Wie gern wäre ich hinausgelaufen, um Cecile, das kleine, blondlockige Geschöpf zu begrüßen. Aber es war schon spät; ich mußte mit meinem Tagewerk beginnen. Ich stieß die Tür zur Terrasse auf und trug Tisch und Stuhl auf einen vor dem Winde geschützten Platz. Noch einmal mußte ich umkehren, um Zigaretten, Streichhölzer, eine als Aschenbecher dienende Muschel, meine Sonnenbrille, die Füllfeder und den Block mit gelbem Papier zu holen, an das ich mich wohl aus einer Schutzwahl meiner Augen heraus so gewöhnt hatte.
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Der Sand der Düne glänzte vor mir in der Sonne. An harten
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