,, Gerade deshalb, Herr Pater. Ich sehe, daß die Musik, die ich liebe, die schläfernden, leidenden Menschen nicht aufruft. Aber ein Tango tut es, ein Valse Blues. Bei jedem Schlager zuckt es in den Gliedern. Wozu dann noch Bach?"
Der Pater wollte etwas erwidern.
Da der Pariser in die Kammer sah, stutzte er, als er den Besuch merkte und verschwand ohne ein Wort. Der Pater schwieg zunächst.
,, Ich spiele und ich dringe nicht in die Gemüter ein. Ich glaube es jedenfalls nicht. Sie, Herr Pater, Sie spüren es, er zeigte mit den Noten auf den Pater im Winkel und dann in der Kammer umher. ,, Sie spüren es, auch wenn Sie für fünf Menschen die Messe lesen. Auf Sie horcht die Gemeinde. Ihnen öffnen sich die Herzen und die Seelen. Ich hole vielleicht Musik vom Himmel und sie fällt in Abgründe. Ich spiele wie für mich. Die Tasten sind manchmal bereiter als die Menschen, die zuhören. Es ist eine Tragik um die Mittlerrolle der Kunst. Manch einer gibt das Letzte und weiß nicht, ob es ihm abgenommen wird.".
,, Herr Hirsch, wir sind alle Mittler eines Höheren und wissen nicht um das Echo. Wir wissen nur um unser Bemühen und vielleicht um unsere reine Absicht. Wir sind oft selbst das einzige Publikum. Ist das so schlimm?"
,, Dürfen wir uns damit begnügen, wo täglich tausende am Rande des Lebens stehen? In jeder Stunde kann uns selbst die Ohnmacht überkommen."
,, Für diesen Augenblick haben wir die Menschen zu rüsten uns auch. Wir haben uns selbst zu trösten.
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