Druckschrift 
Kontakte : Erzählung / von Alfred Mühr
Entstehung
Seite
53
Einzelbild herunterladen

der Pater

Hals und

sein. Ent­

kreich für

spülte die

jetzt so es dazu?"

ssen Sie,

ins wären,

die Mütze mter Kreu­

sprächen." oft nichts

ben, wenn genüber?"

Du weißt,

im Spiegel te und den

schwarzen nter, setzte

und las in

seinem Brevier. Wieder fand er für sich die Besinnung und den Frieden in Augenblicken ohne Zeit...

Es klopfte.

..Herr Schmidt?" redete der Pater den Eintretenden deutsch an.

,, Für einen Augenblick, bitte. Ich weiß nämlich nicht, ob ich später kommen kann."

Der Pater wies auf den Platz neben sich.

Der Besucher, hager, die Glatze mit einem grau­braunen Käppi verdeckt, mit Augen in dunklen Höhlen, von denen es auf der einen Seite herunterzuckte und die Wange nervös erregte, zeigte auf die Bretterwand und meinte die andere Seite.

Pater Victor behielt die Finger zwischen dem aufge­schlagenen Brevier und sagte: ,, Wir sind allein."

,,

Werden Sie morgen frei sein?" fragte der Deutsche. Der Pater schüttelte den Kopf.

,, Abgelehnt?"

,, Ich habe es nicht versucht, um nicht die Oster­feiertage zu gefährden."

,, Es hätte sich sicherlich jemand gefunden, der für Sie nachgearbeitet hätte, Pater Victor," wunderte sich der Deutsche und schlug die Hände zwischen den Knien zusammen. ,, So helfen sich die Arbeiter aus, wenn sie etwas vorhaben."

,, Ich bin dankbar, daß es so geht. Das Erlebnis der Passion besteht immer."

Der Deutsche stimmte zu und sprach vor sich her mit einer Zurückhaltung, die dem Wort mühsam den Ton lieh. ,, In meiner Abteilung fehlt ab heute die Hälfte der jüdischen Arbeiter. Keine Nachricht, keine

53