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Weltreise nach Dachau : ein Tatsachenbericht nach den Erlebnissen des Weltreisenden und ehemaligen politischen Häftlings / Max Wittmann ; aufgezeichnet von Erich Kunter
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Allach

Der grausame Winter verging. Es war mein erster im KZ- Lager Flossen­bürg aber leider nicht der letzte. Frühjahr und Sommer meinten es besser mit uns, nicht aber unsere Peiniger, die sich immer gleich blieben in ihrer Methode, ums körperlich und seelisch zu quälen.

Einige der übelsten Kerle will ich hier angeben.

An der Spitze natürlich der SS - Lagerkommandant Auermeier, der seine ergebenen Kreaturen andauernd aufwiegelte, uns zu drangsalieren und zu mißhandeln. Er selber beteiligte sich häufig an den Quälereien.

Lagerführer Zill, ein brutaler Gewaltmensch, der viele Häftlinge auf dem Gewissen hat.

SS- Sturmführer Schirner, von dessen eitler und gemeiner Art ich ein Stück­lein schilderte.

Und der Schlimmste von allen: der sadistische Folterknecht, SS - Scharführer Gruber, dem auch ich, wie ich schilderte, einmal in die Klauen fiel.

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Leider gaben ihnen viele Häftlinge an Grausamkeit und Roheit nichts nach. Die Bluthunde waren meistens Grüne", schwere Berufsverbrecher, die uns als Kapos, Blockälteste und Lagerälteste vorgesetzt waren und mit uns nach Laune und Belieben roh und gewalttätig umgingen.

In meiner Umgebung taten sich als besonders gemeine Kreaturen hervor: Oberkapo Maibach im Steinbruch, sowie der Kapo Rochel, die in edler Gemeinschaft mit den SS - Kumpanen zusammen wetteiferten, die Häftlinge zu schikanieren, zu schlagen und zu mißhandeln, wo sie nur konnten.

Der Blockschreiber vierzehn, Schuhmann, ein Lump und Denunziant; ebenso der Lagerälteste Rettenmeyer. Seinem Nachfolger Cliffort ging man, wenn möglich, aus dem Wege. Ein starker Mensch, unberechenbar und jähzornig;

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