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Weltreise nach Dachau : ein Tatsachenbericht nach den Erlebnissen des Weltreisenden und ehemaligen politischen Häftlings / Max Wittmann ; aufgezeichnet von Erich Kunter
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Nein, entgegnete er.Lieber stecke ich die tausend Francs in diese Opfer- büchse, als daß ich sie in den Moloch der Bank werfe. Seien Sie ein Mann! Kommen Sie! Zahlen Sie dies Lehrgeld und spielen Sie nie wieder!

Widerstrebend ließ ich mich von ihm mitziehen. Er legte wirklich einen großen Geldschein in eine der Sammelbüchsen, deren Ertrag für wohltätige Zwecke gedacht war und ging mit, mir zum Hotel. Ich ärgerte mich sehr über meine Unbeherrschtheit, die mich so viel Geld gekostet hatte.

Ich besaß nunmehr nur noch etwa 5000 Francs, der letzte Rest von 37 000 Francs, die ich von Tahiti mitgenommen hatte.

An andern Tag war der Spielrausch verflogen. Ich lachte mich aus und freute mich in der Gewißheit, daß ich von der Spielsucht sicher geheilt war.

Der Kummer war überwunden, der andere aber nagte stärker denn je an meinem Herzen.

Ich begab mich zu Nathusius, den ich zu meiner Überraschung dabei antraf, seine sieben mal sieben Sachen zu packen. Er war im Begriff, abzureisen. Vielleicht kommen Sie auch noch nach Deutschland, sagte er zu mir,dann

besuchen Sie mich in Baden-Baden . Er hatte mir schon von seinem schönen Heim in Baden-Baden erzählt,

Nathusius trennte sich also von uns. Ich blieb mit Kübler und seiner Frau zusammen, fuhr mit den beiden nach San Remo und nahm dort für acht Tage Aufenthalt. Kübler hatte auch eine abenteuerliche Vergangenheit. Aus einigen Äußerungen konnte ich schließen, daß er sich von der deutschen Polizei be- droht fühlte. Er hatte vor Jahren eine Devisenschiebung von Nürnberg in die Schweiz durchgeführt. In San Remo schickte er seine Frau nach Zürich . Sie sollte dort zunächst mal die Lage sondieren und feststellen, ob die Luft sauber sei. Andernfalls gedachte er, lieber andere Gefilde aufzusuchen. Nach ein paar Tagen konnte er jedoch mit seiner Frau in Zürich ein Ferngespräch führen, das ihm die Gewißheit brachte, daß sich nur die deutsche Polizei, nicht aber die schweizerische, für ihn interessierte. Er konnte also ruhig in die Schweiz zurückkehren. Seine Einladung, mit ihm zu fahren, nahm ich an. Wir reisten miteinander nach Zürich .

Ich hatte mich dabei von dem Gedanken leiten lasssen, daß ich vielleicht von dem französischen Konsul in der Schweiz die vermaledeiten Papiere be-

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