Der Weg ins Verhängnis
Diesmal fuhr ich als zahlender Passagier auf dem Schiff. Die Reise verlief angenehm und ohne Zwischenfälle. Vielleicht wäre es aber besser gewesen, wenn ich als Arbeiter mitgefahren wäre, dann hätte ich über der Arbeit mein Heimweh nach Tahiti und Tete vergessen.
Christobal- Colon war das Ziel meiner Reise. Der Dampfer nahm hier fahrplanmäßig zwei Tage Aufenthalt. Ich begab mich sofort zum französischen Konsul und mußte dort zu meiner maßlosen Enttäuschung erfahren, daß ich von ihm die Aufenthaltserlaubnis für Tahiti nicht erhalten könne. Er war Panamänier und deshalb Ehrenkonsul, der nicht die Rechte und Ermächtigungen eines ordentlichen Konsuls französischer Nationalität besaß.
Was tun? Ich besann mich nicht lange. Die Papiere brauchte ich unter allen Umständen, und am besten war, ich ging gleich an die richtige Stelle. Der Dampfer fuhr morgen nach Marseille weiter. In einigen Wochen konnte ich in Paris sein. Ich gab sofort ein Telegramm an Tete auf, in dem ich ihr meinen Miẞerfolg und meinen neuen Entschluß mitteilte. Dann belegte ich wieder meine Kabine auf dem„, Commissaire Ramel".
Die Reise ging über Curaçao , Martinique , Guadeloupe , wo der Dampfer anlegte. Zwei Beamte der Emigration erschienen an Bord und prüften die Papiere. Auf dem Schiff waren zwei Deutsche , außer mir noch ein Herr Eberhard von Nathusius.
,, Sie dürfen nicht von Bord gehen", erklärte der Beamte höflich, aber bestimmt. In Anbetracht der bedrohlichen politischen Verhältnisse in Europa mußte die französische Regierung Ausnahmebestimmungen treffen, nach denen Angehörigen deutscher Nationalität das Betreten französischen Bodens ohne besondere Erlaubnis nicht gestattet ist."
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